Die Behauptung, das Böse sei nötig, weil man sonst

den Wert des Guten nicht erkennen könne

Das Böse ist nicht nötig. Gott hat das Böse nicht gewollt und er hat es auch nicht erschaffen. Sonst wäre er nämlich selbst böse, und das kann nicht sein, weil er die Liebe ist. Das Böse ist nur deshalb entstanden, weil der Teufel vor langer Zeit seinen freien Willen dazu benutzt hat, um gegen Jesus Christus zu rebellieren, weil er dessen Position haben wollte. Die Folge davon war der Engelsturz, der Fall bis hinab in die Materie. Der Planet Erde ist die niedrigste Stufe des Falls.


Zitate aus „Geistchristentum“ von Friedrich Funcke:

 

„Gott ist die Ur-Sache, das Ur-Wesen, die Geister sind Wirkung; die Menschen sind Folge des Geisterfalles, das Leid aber und das Böse sind das Werk der unvollkommenen Geister und Menschen. Gott hat das Leid und das Böse nicht geschaffen, aber er vernichtet es nicht, weil sie das Mittel sind, durch welches der gefallene Geist seinen Fall wiedergutmachen kann, indem er an ihnen seinen Irrtum erkennt und infolgedessen umkehren kann. So dient auch das Leid und das Böse den Absichten Gottes, und darin offenbart sich die hohe Weisheit des Schöpfers.“

[...]

„Aus der Freiheit ergibt sich auch, warum Gott das Leid und das Böse duldet. Die Geister und die Menschen haben das Böse in die Welt gebracht durch ihr Abweichen vom Gesetz Gottes. Das Leid und das Böse ist ihr Werk, und da sie es aus eigenem Willen geschaffen haben, so müssen sie, wenn sie davon loskommen wollen, es aus eigenem Willen beseitigen, indem sie, wie der verlorene Sohn im Gleichnis, wieder zu Gott zurückkehren, wo es kein Leid, kein Böses gibt. Das ist ein langer, ein mühsamer Weg, aber er ist möglich, und er führt ans Ziel, allerdings nicht in einem Erdenleben, wie ja auch der Geist oder Mensch seine Untugenden nicht auf einmal erworben hat.“

„Könnte Gott die Folgen der Sünden nicht beseitigen durch seine Allmacht? [...]“

„Ob Gott die Folgen der Sünde vernichten könnte, weiß ich nicht; aber angenommen, er täte es, so würde er dadurch auch die Freiheit des Geistes aufheben, denn der Geist würde nicht mehr die Früchte seines Tuns ernten. Diese Früchte sind sein Eigentum, und sie ihm zu nehmen, wäre nicht gerecht. Wenn du mir die Früchte meines Tuns nimmst, so nimmst du mir auch den Zweck meines Tuns. Ohne solchen Zweck habe ich keinen Grund mehr etwas zu tun, und wenn auch nicht theoretisch, so beschränkst du doch praktisch die Freiheit meines Tuns. Schon wir unvollkommenen Menschen empfinden es als ungerecht, wenn man uns die Früchte unseres Tuns nimmt, gleichgültig ob diese Früchte gut oder schlecht sind. Wir halten sie jedenfalls für gut, sonst würden wir sie nicht schaffen, und da sie unser Werk sind, wollen wir sie behalten. Gottes Gerechtigkeit kann aber nicht geringer sein als die unsrige, darum nimmt er uns nicht die Früchte unseres Tuns. [...]“

 

Friedrich Funcke

Geistchristentum

Aquamarin Verlag GmbH

1. Auflage 2013

ISBN 978-3-89427-622-5

Seite 106/107 + 98/99


Zitate aus „Der radikale Mittelweg - Überwindung von Atheismus und Monotheismus“ von Armin Risi:

 

»Wenn wir in Spaltung und Disharmonie leben, ist dies das Ergebnis unseres freien Willens – und nicht eine „notwendige Erfahrung“ und auch nicht Gottes Wille.

Symbolisch gesprochen, ist Gott das Licht, und Licht wirft keinen Schatten. Es ist also nicht Gott, der Schatten wirft, d. h. Spaltung erzeugt. Das Böse kommt nicht von Gott, wird aber von Gott zugelassen (durch den freien Willen).«

(Seite 76)

 

»Das Böse ist jedoch keine Notwendigkeit der Kausalität, wie die atheistische Esoterik behauptet (als Rechtfertigung des Negativen), sondern ist immer die Folge einer inneren Entscheidung.

[...]

Aufgrund des freien Willens ist es jederzeit möglich, dass Menschen, die nicht Opfer waren, zu Tätern werden und neue Karma-Ketten starten – auch heute. Und das erste Wesen [= Sadhana/Satan/Luzifer/Teufel], das innerhalb der kosmischen Karma-Situation in die Trennung gegangen ist [...], tat dies ebenfalls aus freiem Willen und nicht aufgrund einer Notwendigkeit oder einer Selbstaufopferung, wie dies gewisse Kreise in Verteidigung ihres Gottes Luzifer glauben:

„Luzifer opferte sich freiwillig und wurde zum scheinbar Bösen, damit die Menschen die notwendige Erfahrung des Bösen machen können, denn das Böse ist die Kraft, die Gutes schafft“ [...].

[...]

Eine Karma-Kettenreaktion wird nicht dadurch aufgelöst, dass man zurückschlägt und Gleiches mit Gleichem vergilt, sondern dadurch, dass man sich – aus freiem Willen – entscheidet, nicht zurückzuschlagen.«

(Seite 226/227)